Sascha2801

Anpassung an den modernen Geist in der Petrusbruderschaft (FSSP) aus jüngster Zeit (über die seit Beginn bekannten hinaus)

Nachdem nun ein weiterer FSSP-Priester, der zu etlichen nachkonziliaren Verirrungen schweigt gegen die Bischofsweihen der FSSPX schreibt veröffentliche ich hier mal einige Beispiele aus jüngster Zeit, welche über die bereits bekannten Problematiken hinaus, Anpassungen und Zugeständnisse der FSSP auflisten:

Fronleichnamsprozession 2023 in Basel: Der Jesuit M. Föhn lobt in seiner Predigt die "Vielfalt". Die verschiedenen Riten oder Initiativen wie Maria 1.0 und 2.0 seien alle Teil der Kirche. Und auch in Bezug auf den Kommunionempfang spricht er über diese Vielfalt. Bei der Prozession werden auch Taize-Lieder gesungen und eine Frau in Albe trägt unter einem Baldachin das Evangelium. Und im modernen Portal kath.ch wird diese Vielfalt von einer Frau gefeiert, die öffentlich fürs Frauenpriestertum eintritt. Für den Katholiken, der am überlieferten Glauben festhält, ist klar: Hier findet sich eine Vermischung von katholischem mit nicht-katholischen Lehren. Ein nicht-katholischer Geist, der sich leider in modernen Gemeinden ausgebreitet hat. (1)
Doch findet sich hier in Basel etwas Ungewohntes: Ein Priester der Petrusbruderschaft, P. Stefan Reiner, nimmt an dieser Prozession teil. Ganz offiziell in Chorrock und Stola. Damit gibt er Zeugnis für diesen falschen Geist eines vielfältigen Nebeneinander zwischen Riten, Kommunionempfang oder Ansichten der beiden "Maria-Initiativen". Dies zeigt den Weg der falschen Anpassung der Bruderschaft.
Dass die Petrusbruderschaft sich eher zurückhält an Kritik an II. Vat. Konzil und den irrtümlichen Aussagen von Päpsten und Bischöfen ist bekannt. Die bewusste Teilnahme an einer modernen Fronleichnamsprozession, welche den Geist der Vielfalt lobt, ist eine neue Stufe der Anpassung. Ist dies der Preis, der für die Anerkennung durch Rom und die Ortsbischöfe gezahlt wird?

Diakonats- und Priesterweihen durch Bischof Meier (Augsburg)

Diese Vermischung mit dem modernen Geist ist kein Einzelfall. So spendete der Augsburger Bischof Bertram Meier 2022 Diakonen- und 2023 Priesterweihen bei der FSSP. Bereits 2021 sprach dieser sich für das Diakonat der Frau aus (2) und erklärte 2023 wenige Monate nach den Priesterweihen, das Zölibat sei „kein Dogma“ (3), womit er dessen Kritikern Rückenwind gab. Zudem kritisierte er die Ablehnung des „Synodalen Wegs“ und beklagte, dass manche „Meinungsverschiedenheiten nicht aushalten“ (4). Statt einer Leitung „von oben nach unten“ betonte er die Notwendigkeit von „Teilhabe, Transparenz, Offenheit und Einheit in Verschiedenheit“ (5).

Über die Weihen bei der FSSP sagt er selbst im CNA Interview, dass er sich als "Diener der Einheit, die in der Vielfalt liegt" sehe. "Das Bistum Augsburg ist geprägt von zahlreichen Klöstern, Ordensgemeinschaften und geistlichen Gruppierungen mit ganz unterschiedlicher Spiritualität. Die Petrusbruderschaft als Gesellschaft apostolischen Lebens von Klerikern päpstlichen Rechts ist ein Teil davon." (6)

Diese Haltung entspricht ganz dem Geist der Vielfalt, der auch in der Basler Fronleichnamsprozession gefeiert wurde.

Bischof Meiers indirekter Einladung zur Kommunion für ALLE wenige Tage vor den Weihen

In seiner Fronleichnamspredigt in Augsburg nur wenige Tage vor den Priesterweihen der Petrusbruderschaft predigt Bischof Meier folgendes:
„Es gab Christen, die sich gegen eine solche offene Kirche sträubten und lieber im eigenen Kreis bleiben wollten. Das ist aber kein eucharistischer Lebensstil. Unser Stehen zum Herrn bedeutet: die Bunkermentalität verlassen und sich öffnen. Ein aktuelles Beispiel: In den Diskussionen um Diversität und sexuelle Orientierung greifen wir zu kurz, wenn wir im Hinblick auf den Empfang der Kommunion darüber befinden wollen, wer hinzutreten darf und wer nicht. Was Papst Franziskus unermüdlich wiederholt, sollte auch unser Maßstab sein: Schwingen wir uns nicht zum Richter über andere auf! Wir sind keine Türsteher vor dem Festsaal der Eucharistie, wir sind Hochzeitslader für das Mahl, das der Herr allen bereitet, die ehrlich danach hungern. Verweigern wir keinem die Kommunion, der darum bittet!“ (7)

Wenige Tage später legte er dann brav im alten Ritus die Hände auf bei freudigen Petrusbrüdern, die diesen Missstand natürlich nicht kritisieren oder korrigieren. (Galt diese Einladung auch bei deren Weihen?)

Wir sehen immer wieder die Erwähnung an den Geist der Vielfalt, wovon die Petrusbruderschaft eben „ein Teil“ in der großen weiten Kirche ist. Und sie selbst nimmt immer wieder daran teil oder findet keine Abgrenzung.

Gründungsmitglied Pater Zimmer über seine „Sache“

Auch bei der FSSP selbst wird dieser Geist immer wieder vertreten. Im Informationsblatt Oktober 2023 wurde ein Interview mit dem Gründungsmitglied Pater Zimmer veröffentlicht. Darin spricht er über seinen Weg von der Pius- zur Petrusbruderschaft. Auf die Frage, was sich durch diesen Übertritt verändert habe, spricht er von einer für sich "interessanten" Erfahrung. Er berichtet, dass er bei einem Besuch einer Kirche in Wien eine andere Haltung bemerkt habe: "Früher war’s immer die Haltung: „Wir sind wir, und das sind irgendwo die anderen, da ist der Volksaltar, das sind nicht wirklich wir.“ Und auf einmal bin ich ins Kirchengebäude hineingegangen, wo ich mir gesagt hab: „Das ist mein Verein, da gehör’ ich dazu, das ist meine Sache.“". (8) Hier spricht er direkt davon, dass er keine Abgrenzung mehr zum Volksaltar sieht, von dem Papst Pius XII. sagte, es sei eine ‚Abirrung vom rechten Weg‘, dem Altar die Form eines Tisches geben zu wollen.(9) Es ist jetzt "seine Sache". Auch hier zeigt sich letztlich dieser Geist der Vielfalt.
Umso dankbarer bin ich Erzbischof Marcel Lefebvre und der Priesterbruderschaft St. Pius X für deren klares und konsequentes Eintreten für die überlieferte katholische Lehre.

Noch ein persönlicher Gedanke

Aktuell weiht der pensionierte Bischof Haas vorwiegend im deutschen Sprachraum für die FSSP. Eine Garantie, wer die künftig tut hat sie nicht.
Interessanterweise spricht sogar der Probst des Rom unterstellten Institut Philipp Neri (Berlin), Pater Piranty im kath.net-Interview im April 25 davon, dass es nahezu unmöglich sei einen Bischof zur Firmung zu gewinnen. (10)

(Anmerkung: In derselben Woche, in der ich diesen „Artikel“ aktualisiere, spendet Bischof Fellay in der FSSPX-Kirche Berlin das Sakrament der Firmung)

Quellen:
(1) Mit Monstranz, Gesang und Blumen durch Basel (2): Augsburger Bischof Meier fordert eigenes …
(3): Zölibat für Bischof Meier "kein Dogma" - so …
(4) katholisch.de/…515-bischof-meier-gott-geht-die- …
(5): Bätzing: Weltsynode muss zu Frauenbeteiligung …
(6) Bischof Meier erklärt, warum er Diakone für …
(7) pg-kempten-ost.de/…-06-08_bischof-20b- …
(8):
(9): Enzyklika "Mediator Dei", 261
(10): "Jesus, der Auferstandene, ist die einzig wahre …
1553
a.t.m

Das größte Problem der FSSP ist eben die Tatsache das sie über keinen eigenen Bischof verfügen (der ihnen ja eigentlich 1988 bei ihrer Gründung versprochen wurde) und sie die Anordnungen der Ortsbischöfe einhalten müssen, so wie eben nach diesen "Sie vertreten nicht mehr den Glauben der Kirche" meines Wissens wurde ihnen danach angedroht: Noch einmal solche Aussagen gegenüber anderen Priestern und sie werden in OÖ aus allen Räumlichkeiten entfernt und es wird ihnen die Erlaubnis zur Zelebration der "Heiligen Opfermesse aller Zeiten" entzogen. Für die FSSP gilt eben "Wes Brot ich ess des Lied ich sing" und "Die Hand die einen füttert, beißt man nicht".
Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen